So liebe Leute , wieder einmal ein update:

Lovetheplanet ist immer noch auf dem Land. Wir haben das Einwassern auf Freitag verlegt. Für die letzten Arbeiten am Boot ist es so praktischer. Auf einem schaukelnden Boot ist vieles mühsamer. Beispielsweise die Navigationslichter am Bug und am Heck: ich wollte sie vor der Abfahrt nochmals checken. Leider sind ihre konventionellen Glühbirnen rechte Stromfresser (2x15 Watt). Das ist für meine kleine Bordspeicherkapazität zuviel. Trotz Abklappern von mehreren Geschäften, fand ich keine LED Lämpchen. So musste ich halt die Alten wieder einsetzen. Aber sie haben wenigstens ein schön geputztes Häuschen mit gereinigten Dichtungen und gesäuberten Kabel.

Gestern habe ich den Autopilot am Steuerrad abmontiert und gereinigt. Das Teil machte, obwohl ziemlich neu, viele, nervende Nebengeräusche. Jetzt tönts besser.

 

Hier in Porto Santo halte ich mich- wie zu Hause- fit mit joggen,mit Liegestützen und Klimpzügen. Mit dem Rad bis nach Vila Baleira und zurück manchmal mehrmals täglich, hundert mal die Leiter ins Boot auf und ab kommt noch hinzu.

Mit Sport kann ich mich auch ablenken und abreagieren. Das tut nicht nur meinem Körper gut sondern auch meiner Seele. Z.B. wenn mich manchmal Zweifel überkommen oder die Angst vor dem Ungewissen auftaucht, was zugegebenermassen gar nicht selten ist, werde ich unruhig und unwohl. Helfen tut dann wie erwähnt Bewegung, etwas gutes Essen gehen, ein Glas Wein trinken oder mich einfach auf eine Aufgabe konzentrieren. Natürlich ein Gespräch mit zu Hause hilft auch. 

 

Neben mir in der Werft hat es wieder ein paar komische Vögel (da passe ich gut dazu). Ein Gregor, der ist sicher 80 jährig, macht ein Refit von seinem riesigen 18 Meter Boot. Er will's nochmals wissen und im Herbst in die Karibik oder in die Algarve segeln. Beides hat es in sich. Zur Algarve hätte er meist Gegenwind, das würde heissen aufkreuzen, in die Karibik ist der Weg sehr lang. Übrigens weiter als nach Brasilien. Gregor scheint noch recht fit zu sein, beinmager und zäh. Hat mir bei einer Portion Pommes von seinem Karibiktörn mit einer ad hoc zusammengestellten Crew aus jungen Hippies erzählt. Die haben sich die meisten Zeit unter Deck in seiner langen Segekiste (18 Meter und kaum eine Fenster) aufgehalten, gekocht, getrunken, Parties abgehalten während er immer am Steuer stand. Einen richtigen Autopiloten hatte er damals nicht. Schulssendlich kam es in der Karibik  noch fast zu einer Meuterei gegen ihn. 

Von Gregor bekam ich viele Tipps und Tricks, wo ich und wie ich hier in Porto Santo etwas finden kann. Hier gibt es nur "self made", keine Bootsmechaniker weit und breit. Dafür gibts ein paar einheimische Segler, die selbst eine Werkstatt haben und offenbar einen grosses Wissen über Bootstechnik besitzen.  Dank "Fernwartung"  durch meinen ehemaligen Segellehrer Adrian und mit der Hilfe meines Bruders, konnten wir hier jedoch selbständig die technischen Probleme lösen.

 

Morgen muss ich mich um Reservediesel kümmern. D.h. mit dem Taxi zur Tankstelle fahren, Kanister füllen und zum Boot zurück bringen. Da mein Kochherd mit Gas funktioniert, muss ich noch von irgendwo Gasflaschen organisieren

 

Ach ja, die Kap Verde Flagge habe ich immer noch nicht!