Endlich nach 5 Tagen auf dem Meer sehe ich sie, eine Delfinschule taucht auf. Ich bin gerade auf dem Deck mit dem Handy und mache ein paar Bilder. Denn das Wetter, der Wind, die Geschwindigkeit, alles stimmt heute. Der Wind kommt aus Südost und leicht von vorne. Kochen , lesen aufräumen und ausruhen, alles lässt sich bei diesen Verhältnissen machen. Also, gerade auf dem Deck stehend, kommen sie, die Tümmler. Sie springen im Duo und tauchen wieder weg umsich auf der anderen Seite wieder zu zeigen. So geht das leider nur ein paar Minuten, dann sind sie wieder weg. Trotzdem, Freude herrscht! Mitten auf dem Meer sehen sie dich, dein kleines Segelschiff und fühlen sich davon angezogen.
Ab und zu ein Vogel, ich nehme an Sturmschwalben, die vor allem bei starkem Wind zwischen den Wellen blitzschnell, flink und wendig auftauchen, kurz mit dem Schnabel aufs Wasser tippen um wieder zu verschwinden. Sonst bin ich mit dem Meer und meinem Boot alleine. Nachts der zunehmende Mond und die Sterne , im Osten Orion und hinter mir im Norden der grosse Wagen. Unglaubliche Schönheit, jede Nacht! Es kommen aber auch regnerische Nächte vor, mit starkem Wind, von den Wellen gar nicht zu sprechen. Das Gute : in der Dunkelheit sehe ich die Wellen nicht so gut , dadurch sind sie weniger beeindruckend. Der Lärm in der Koje ist bisweilen so stark, es schüttelt mich so stark hin und her, dass ich keinen Schlaf finde. Lege mich mit dem Schlafsack ins Cockpit, da ist es nicht so laut. Unten schlägt es und ächtzt es, dass es beängstigend ist. Hällt das mein Boot aus oder bricht es gleich auseinander? Solche Gedanken gehen mir durch den Kopf. Lovetheplanet wird gesteuert von der Windfahne und die beiden machen ihren Job extrem gut. Ich liege und versuche mich zu entspannen wenn es blässt wie Sau. Lese Tolstoj die Auferstehung. Bei besseren Bedingungen nehme ich mein kleines Piano oder die Gitarre und singe laut vor mich hin, es gibt ein paar neue Songs.
Eines Abends hatte ich solche Bedenken, ob mein Boot diese Bedingungen aushält, dass ich fast apathisch wurde. Dann nahm ich Mehl aus dem Schrank , eine Handvoll ,Meerwasser dazu, Olivenöl und Backpulver. Daraus forme ich einen schönen, kleinen Teig zu einer Scheibe, lege ihn in die Pfanne und nach 15 Minuten habe ich ein warmes Fladenbrot. Mit Tomatenscheiben und Käse belegt ein Skippermenu vom Feinsten. Vor allem konnte ich mich ablenken und meine Angst verschwand.